Praktisches

Die Rahmenbedingungen verbessern

Das ist der Schlüssel zu größerer Harmonie im Umgang mit dem Pferd.
Es ist Aufgabe Nr. 1 des Pferdemenschen, daran zu arbeiten.
Artgerechte Haltung ist die Grundlage für eine harmonische  Mensch- Pferd- Beziehung.
Was ist damit gemeint?                 
Es geht darum, die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes so gut wie irgend möglich zu befriedigen.


Welches sind die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes ?
Als Steppentier, das in der Herde lebt, braucht es sehr viel Platz und seine Herde.In der Natur frisst es fast den ganzen Tag, mit gesenktem Kopf, Rauhfutter.
Es pflegt Freundschaften mit Artgenossen, regelt die Rangordnung in der Herdengemeinschaft. Übernimmt gegebenenfalls als Herdenführer die Verantwortung für die Sicherheit der anderen Herdenmitglieder, oder kann sich als rangniedrigeres Tier auf den Schutz der Anführer verlassen.

Wie kann der Mensch diesen Bedürfnissen gerecht werden ?
Wir müssen dem Pferd so viel
Auslauf mit seinen Artgenossen wie nur irgend möglich verschaffen.
Erfahrungsgemäß sind ca. 5 Stunden das Minimum.
Bei der
Fütterung sollten wir das natürliche Freßverhalten beachten: Rauhfutter steht an erster Stelle. Kleinpferde und Ponys, die nicht regelmäßig intensiv gearbeitet werden, brauchen in der Regel gar kein Kraftfutter! Wenn Kraftfutter erforderlich ist, sollte es möglichst natürlich sein: Pellets sind da wenig geeignet. Eher gequetschtes Getreide, das in möglichst kleinen Portionen gegeben wird. Auf einen hungrigen Pferdemagen sollte man vor der Kraftfuttergabe immer erst reichlich Heu füttern, um die Verdauungssäfte in Gang zu bringen. Um einen harmonischen Umgang zu erleichtern, sollten wir nie vergessen, dass es in der Natur des Pferdes liegt, die Rangordnung auszutesten. Das dürfen wir also nicht als Mißverhalten interpretieren, sondern als ganz normales , der Art entsprechendes Verhalten. Wenn man die Verhaltensweisen in der Herde gut beobachtet, findet man auch schon die richtige Antwort auf solche Rangspielchen seines Pferdes.

Hierbei möchte ich behilflich sein!                  


Schon im täglichen Umgang kann man spielerisch seine ranghöhere Position festlegen. Pferde nehmen Kleinigkeiten war, die den meisten Menschen gar nicht bewusst sind. So sind schon Veränderungen im Verhalten des Pferdes seinem Menschen gegenüber möglich, wenn der Mensch sein Verhalten im täglichen Umgang mit dem Pferd so gestaltet, dass es für das Pferd begreiflich wird.

 

Worauf der Pferdemensch achten sollte:

 

Es gibt ein paar Punkte, an denen man erkennen kann, ob die Mensch/Pferd Beziehung in Ordnung ist:

  • Das Pferd sollte seinen Menschen nicht mit angelegten Ohren begrüßen oder ihm gar das Hinterteil zuwenden.
  • Es sollte beim Putzen/Satteln ruhig stehen können und nicht seinem Menschen auf die Füße treten. Sobald der Mensch auf seine Füße aufpassen muß, stimmt etwas nicht.
  • Es sollte auch nicht vor Ungeduld scharren.
  • Das Pferd sollte sich überall entspannt berühren lassen können.
  • Es sollte sich beim Führen nicht versuchen loszureißen oder am Strick ziehen. Der Strick sollte langgelassen werden und durchhängen können.
  • Der Reiter sollte am lockeren Zügel aufsitzen können.
  • Das Pferd sollte nicht von alleine loslaufen. Es soll aufmerksam auf das Kommando vom Reiter warten.
  • Es sollte auf feine Hilfen reagieren können. Umgang mit Pferden und auch das Reiten haben nichts! mit Kraft zu tun.
  • Der Reiter sollte keine Hilfszügel benötigen.
  • Wenn der Reiter sein Pferd erst "ablongieren" oder auf sonstige Weise müde machen muß, hat es entweder zu wenig Auslauf mit Artgenossen oder die Mensch/Pferd Beziehung ist empfindlich gestört.