Wer es genauer wissen möchte...

Noch mehr mich

Mit 9 Jahren war ich mit meiner Freundin jedes Wochenende auf dem Ponyhof, auch wenn wir manchmal einige Kilometer mit dem Rad fahren mussten, weil wir kein Opfer fanden, das uns hinfährt ;-) So ging das jahrelang.

Mit 12 Jahren wollten wir dann natürlich unbedingt auch „richtige „ Pferde“ reiten, wir fingen in der Reitschule an. Der alte Stallmeister vom Ponyhof hat das damals schon richtig erkannt: „Da lernt Ihr das Klemmen“ (er meinte, wir verlieren unseren lockeren Sitz, den wir uns durch das Reiten ohne Sattel angeeignet hatten). Er fand es schade, dass wir nun nicht mehr kamen...

Es war natürlich aufregend, unter einem „richtigen“ Reitlehrer zu reiten, allerdings ging man in der Abteilung doch ziemlich unter, und die Pferde taten uns hier auch bald Leid, weil sie sich immer auf so verschiedene Reiter einstellen mussten.

Dann kam die Gelegenheit: Ein kleines Privatgestüt (Angloaraber) suchte Mädchen als Stallhilfen, als Lohn waren Reitstunden in Aussicht gestellt. Dort waren wir dann etwa 3 Tage jede Woche, auch wenn wir bald nur noch selten zum Reiten kamen.

Dennoch: In einer Reitstunde bei diesem „alten Meister“ lernte man mehr, als in 100 Vereinsstunden! Damals wussten wir das natürlich noch nicht zu schätzen, später wurde mir der Wert dieser Zeit aber klar: Es war ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung!
Wir ritten hier z.B. mit zwei Hengsten und zwei Stuten in der Bahn im Paarreiten, Steigbügel an Steigbügel, die Hengste ritten sich besonders schön!
Hier lernte ich auch von der Pieke auf den Umgang und die Ausbildung von jungen Pferden, sowie die Korrektur von Problempferden. Hin und wieder kam nämlich ein ehemaliges Rennpferd zum Gestüt, das hier nicht nur zur Zucht eingesetzt werden sollte, sondern auch als Reitpferd. Das Rennen musste man ihm natürlich erst mit viel Geduld und Ruhe abgewöhnen...
Das war damals schon meine Stärke, ich strahlte die nötige Ruhe aus.
Auch durfte ich hier mein erstes junges Pferd in Eigenregie, natürlich mit Beratung des "großen Meisters", von Anfang an alleine ausbilden, mit Allem, was dazugehört. Benil war mein Herzblatt! :-) Obwohl ich damals schon durch seinen Arabersturkopf an meine Grenzen gestoßen bin. Das regte mich zum Nachdenken an, und nicht zum Schimpfen auf das Pferd.
Bis zu meinem 20. Lebensjahr war ich hier.

Einige Jahre später kam dann mein erstes eigenes Pferd, nachdem ich zwischendurch mehrere Reitbeteiligungen hatte.

Als ich dann 3 Jahre später mein neues, 2 jähriges Pferd bekam, sollte alles anders werden!

Von Anfang an möglichst wenig Fehler machen, wer möchte das nicht?
Zeit hatte ich, und so fing ich an, alle Fortbildungen zu besuchen, die mir sinnvoll erschienen und die ich erreichen konnte.
Und es funktionierte
Als  mein Kevin 4 Jahre alt war, stellte ich ihn auf der ersten Reiterrallye vor: Es war seine Sternstunde, von fast 40 Teilnehmern erreichte ich im Team mit meiner Freundin den ersten Platz!
So glatt lief es natürlich nicht immer, oft machte es uns die Aufregung nicht leicht, Kevin ist keine
„Schlaftablette“...
Ich hab das aber nie verbissen gesehen, er ist schließlich ein Pferd, und das ist auch schön so!
Nach vielen Rallyes kam es dann von ganz alleine, dass ihn seine Erfahrung (Er wurde nie bestraft für Pannen, oder sonst irgendwie getadelt) sicherer machte. Wir haben die letzen Jahre immer gewonnen, so dass es kaum mehr ein großer Reiz ist, noch anzutreten. Dennoch sind die Rallyes immer wieder eine schöne Abwechslung: Man bekommt neue Aufgaben, und außerdem verbringt man jedes Mal einen herrlichen Tag in ganz neuer Umgebung mit seinem Partner Pferd.
Sehr aufregend fand Kevin immer den Ritt am Mainufer entlang, besonders, wenn ein riesiges Frachtschiff die Wellen ans Ufer trieb, es plätscherte....Seeehhhrrr aufregend ;-)) Anschließend dann über die 4 spurige Hauptverkehrsstraße...um gegen Ende noch auf dem herrlichen Vielseitigkeitsplatz des Offenbacher Reitvereins die Rittigkeit auch beim Springen über natürliche Hindernisse bewerten zu lassen. 

Rallyes am Knotenhalfter reiten, ohne Gebiß im Maul. Fremde Umgebung, viele fremde Pferde, Straßenverkehr...Das ist alles kein Problem, wenn das Pferd zum echten Partner geworden ist.

 

 

 

 

Hier ist eine Vorhandwendung gefragt, anschließend nach rechts seitwärts über die Stange, ohne irgendeine Stange zu berühren. Einfach zu Hause mal ausprobieren :-)

Partner wird es aber nur, wenn es von seinem Menschen stets auch wie ein Partner behandelt wird. Jeder sollte das mal bei sich überdenken, wenn er Probleme mit seinem Pferd hat.

 

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