Die Methode

Alle Methoden, die Pferde müde machen, damit sie gefügig werden, kann ich nicht gut finden.
Ab dem Punkt, wo unbedingt etwas erreicht werden soll, setzt man sich und das Pferd unter Druck, das möchte ich auf jeden Fall vermeiden.  
Das heißt: Ich bringe rechtzeitig Ruhe rein, bevor Panik aufkommt.
Ich verzichte lieber auf Erfolg, als dass ich Pferden unangenehme Erinnerungen hinterlasse.
Und gerade dadurch hat man den meisten Erfolg, ich danke den Pferden für diesen wunderbaren Instinkt. Sie lassen sich eben nicht "bescheißen", wenn ich das mal so sagen darf ;-)
Die Umgebung um den Hänger unruhig zu machen damit das Pferd im Hänger seine Ruhe sucht zeigt ein klein wenig , aber nur ein wenig, in meine Richtung.
Ich lasse die Umgebung wie sie ist, völlig natürlich. Es laufen oder fahren andere vorbei, oder eben nicht. Hundegebell stört nicht, andere Pferde stören nicht...
Das Pferd lernt , nein, es kann das schon, nur hat es sich dieses Verhalten dem Menschen gegenüber abgewöhnt, Hierarchien zu akzeptieren.
Ich bin der Chef, das Pferd ist mein Freund, ich beschütze es.
Der Preis für den Schutz ist eben der, dass ich Chef bin. Also
die Gangart und die Richtung bestimmen kann.
Die Pferde haben kein Problem damit.
Selten kommt es anfangs, aber eben nur anfangs, zur
Gegenwehr. Das hängt davon ab, was sie schon alles erlebt haben.
Plötzlich erinnern sie sich an grausame Szenen in ihrer Vergangenheit und denken, es geht mit mir von vorne los. Die Gegenwehr kann, bei entsprechender Vergangenheit, auch heftig ausfallen.
Sie sind dann natürlich sehr erleichtert, wenn sie im nächsten Moment feststellen, dass es mit mir ganz anders ist :-)
Ab diesem Zeitpunkt spätestens ist für sie klar: Sie werden beschützt, können sich beruhigt anschließen,
es wird nichts verlangt, was sie nicht können. Darauf lege ich großen Wert! Überforderung muss vermieden werden, sonst geht man nur rückwärts...
Der Dialog muss permanent leben, von mir zum Pferd , vom Pferd zu mir. Ich übe Druck aus (langer Stock mit Schnur, siehe Bilder vom Verladen), und gebe beim kleinsten Nachgeben des Pferdes sofort nach!
Die Kunst ist es, den Druck so geschickt auszuüben, dass es dem Pferd fast
nicht möglich ist, nicht nachzugeben.
Die Stärke des Drucks ist nicht entscheidend, sondern die Platzierung und das Timing.
Je besser platziert und getimt, umso weniger Druck braucht man.

Das ist mein Bestreben.